Das Museum erzählt die Geschichte der Sanatorien, die im Veltlin im 20. Jahrhundert zum Kampf gegen die Tuberkulose erbaut wurden, dank der reinen Luft und der Sonne der Alpen. Eine Sammlung von Objekten und historischen Bildern dokumentiert die Entstehung und die Tätigkeit des ehemaligen Sanatoriums Villaggio Sanatoriale di Sondalo, das heute das Krankenhaus „Eugenio Morelli“ ist. Der Besuchsweg führt durch die Räumlichkeiten, die einst für die Aufnahme der Patienten vorgesehen waren.
Während der Öffnungstage im Sommer 2025 beherbergt das Museum die ständige Ausstellung "Der begrabene Riese - Der Stein von Migiondo", ein bedeutendes Artefakt der Kupferzeit, das zu den bedeutendsten Funden der prähistorischen Archäologie in der Lombardei gehört.
ERSTER TEIL
Der erste Teil des Rundgangs ist der Krankheit gewidmet.
Im 19. und 20. Jahrhundert hörte die Tuberkulose auf, als romantische Krankheit – das ‚mal sottile‘ – angesehen zu werden, und entwickelte sich zu einer echten gesundheitlichen Notlage für die neue industrielle und urbanisierte Gesellschaft. Seit den 1960er Jahren haben Antibiotika ermöglicht, sie zunehmend effektiv zu bekämpfen, aber die TBC ist heute eine globale Erkrankung, die jedes Jahr über eine Million Todesopfer fordert.
ZWEITER TEIL
Der zweite Teil des Rundgangs ist der Behandlung und den Sanatorien gewidmet.
Ursprünglich wurden die Sanatorien gebaut, um die Ansteckung zu verhindern, indem die Kranken komfortabel isoliert wurden. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Architektur nach den Prinzipien des Funktionalismus und folgte der Entwicklung der Medizin: Luft, Licht und Sonne drangen in die Gebäude ein, um die Kranken zu stärken und die Heilung zu fördern. Die Behandlung beruhte auf Ruhe, Ernährung und reiner Luft, also auf den drei „L“…Wolle, Bett, Milch. Bis die Antibiotika gegen die Infektion wirksam wurden, war das Sanatorium das Hauptinstrument der Behandlung, eine wahre machine à guérir. An der Planung arbeiteten Arzt und Architekt Hand in Hand.
LETZTER TEIL
Der letzte Teil ist dem Sanatoriumsdorf von Sondalo gewidmet. Der Komplex fungierte 25 Jahre lang als Sanatorium, von 1946 bis 1971, als er in ein allgemeines Krankenhaus umgewandelt wurde. Die Pflegegegenstände auf der Veranda (Liegestühle, Decken, Kopfhörer zum Hören des Radioübertragungsdienstes) sind zusammen mit technischen Zeichnungen und Fotografien der großen Baustelle ausgestellt, die den Hang über Sondalo zwischen 1932 und 1940 in eine richtige Gesundheitsstadt verwandelte. Der Rundgang endet mit dem Gemälde “Fischer in Sampieri”, das der Sizilianer Ugo Caruso 1954 malte, als er in Sondalo im Krankenhaus war. Die satten Farben, die strengen Blicke und die drohende Pose der Figuren scheinen heftig auf die Widersprüche und die ungewisse Perspektive der ‚außenstehenden‘ Welt hinzuweisen, auf die der Autor, isoliert im temporären Alpenrefugium, jedoch mit Nostalgie zu schauen scheint.
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